Selbsthilfe bei Selbstwertproblemen

Ein Beitrag von Helmut Bundschuh

Der amerikanische Psychologe Guy Winch hat jetzt einen Erste-Hilfe-Koffer zur Selbsthilfe bei Verletzungen des Selbstwertes zusammengestellt, den jeder nutzen kann.[1]

Warum verlieren viele Menschen so schnell Ihre Selbstachtung? Eine kränkende Bemerkung ist wie eine Ohrfeige, werden sie übergangen, sperren sie sich in ein Glashaus aus negativen Gedanken. Sie sind in einem Strudel selbstabwertender Gedanken gefangen. Das emotionale Immunsystem wird von schlechten und belastenden Erinnerungen angegriffen – das Positive ist wie ausgeblendet. Und der Leidensdruck wird immer größer.

Leider können wir uns nicht selbst trösten. So kommt es, dass übersteigerte Selbstzweifel Angst erzeugen können und kumulativ wirken, sich also selbst verstärken. Unsichere Personen simulieren Selbstwertkatastrophen werden simuliert, die dann auch eintreffen Sie machen sich selbst zu Versagern. Guy Winch schlägt ein 4 – Punkte Programm zur Selbststärkung vor, das die Betroffenen an sich selbst anwenden sollen.

  1. Üben Sie Nachsicht mit sich selbst

Guy Winch fordert zur Schreibtherapie auf. Schreiben Sie den Moment des Versagens oder der Kritik möglichst genau auf; wie kam es zu dieser Situation, warum genau haben Sie sich schlecht gefühlt.

Als nächstes stellen Sie sich vor, dieselbe Zurückweisung wäre einem Freund oder einem Kind passiert.

Im dritten Schritt üben Sie Nachsicht mit diesem Freund und trösten ihn.

Schließlich kehren Sie in Ihre eigene Person zurück und versuchen noch einmal die kränkende Situation so genau wie möglich zu beschreiben. Diesmal mit jener objektiven Haltung, die Sie dem Freund gegenüber innehatten. Und nicht interpretieren. Sie sollen lernen, mit sich selbst nachsichtig zu sein. Je öfter dies eingeübt wird, desto schneller stellt sich das Gefühl ein: Ich bin o.k. so wie ich bin! Das ist das Ziel.

Im Rahmen des Biografie-Coaching Kurses[2] mit meinem Kollegen Brian Haydn fordere ich die Teilnehmer/Innen zu eben diesen Schreibübungen auf. In mehreren Übungen soll die „Versagenssituation“ reaktiviert und bearbeitet werden. Wenn andere Kursteilnehmer ihre Gedanken dazu äußern, wird festgestellt, dass das Verhaltensschema eingefahrenen ist und immer wieder dieselben Reaktionsmuster produziert.

  1. Eigene Stärken anerkennen

Sicher gibt es Leute, von denen Sie gemocht oder bewundert werden – Sie haben es nur schon vergessen! Sich der eigenen Erfolge bewusst zu sein, ist die größte Selbstbestätigung. Aber hüten Sie sich vor „Selbstaffirmationen“ wie: „Ich bin toll! Ich bin stark! Ich kann das!“ Axel Wolf schreibt, dass „solche Selbstsuggestionen scheitern, weil sie auf eine viel zu große Kluft zwischen subjektiver Befindlichkeit und Realität hinweisen.“[3]

 

  1. Nehmen Sie positives Feedback an

Wer in der Selbstwertfalle steckt tut sich schwer, Komplimente anzunehmen. „Paradoxerweise ziehen sich Menschen mit geringem Selbstwertgefühl oft von Partnern, ‚Freunden oder Kollegen zurück, die ihnen positive Rückmeldungen geben.“

Auch hier hilft eine Schreibübung. Notieren Sie Episoden, in denen Ihnen Partner, Familienmitglieder oder Freunde gezeigt haben, dass Sie etwas gut gemacht haben, dass Sie gemocht oder sogar geliebt werden, dass Sie liebenswerte Eigenschaften haben, um die Sie sogar bewundert oder beneidet werden. Rekapitulieren Sie, wie Sie auf dieses Feedback reagiert haben und warum Sie es nicht annehmen konnten. Warum haben Sie mit Unbehagen reagiert, sich sogar zurückgezogen? Was genau ist gelobt oder anerkannt worden. Anhand dieser Selbstanalyse können Sie herausfinden, dass Sie die Komplimente zu Recht erhalten haben und dass andere Menschen Sie keineswegs für einen Loser halten.[4]

  1. Für sich selbst einstehen

Bereiten Sie sich bestens auf Ihre Schwächen in der Zukunft vor. Sie haben in den vorherigen Punkten bemerkt, dass sie Kompetenzen haben. Dass Sie eine Selbstwirksamkeit haben – Dinge beeinflussen können. Gehen Sie zunächst in Gedanken alte, erniedrigende Situationen in Ihrer Partnerschaft oder am Arbeitsplatz durch und legen Sie sich genau ihre Worte zurecht und wie sie reagieren wollen. Legen Sie fest, wie weit der/die andere gehen darf, wie weit sie zurückweichen wollen. Bleiben Sie ruhig – definieren Sie die Spielregeln neu. Planen Sie strategisch, ohne Ihre Emotionen zu verleugnen.

Leichter ist es natürlich, solche Strategien in der Gruppe einzuüben.

[1] Guy Winch: Emotional First Aid, Plum Verlag, Paperback 2014

[2] Helmut Bundschuh, Heilzentrum Bogenhausen, Biografie-Arbeit und Coaching: http://www.psychotherapie-heilzentrum-bogenhausen.de/index.php/biographie-coaching/warum-biografie-arbeit

[3] Axel Wolf in: Psychologie heute compact, Heft 38, S.81 ff., Julius Belz Verlag, Weinheim, 2014

[4] ebenda

Hypnose – von Mesmer bis Milton Erickson

Ein Beitrag von Kaspar Politzki

Psychotherapie Heilzentrum Bogenhausen

In die neuzeitliche Psychotherapie fand Hypnose durch Sigmund Freud Einzug. „In der Absicht, meine hypnotische Technik zu vervollkommnen, reiste ich im Sommer 1889 nach Nancy, wo ich mehrere Wochen zubrachte. (…)und wurde Zeuge der erstaunlichsten Experimente Bernheims an seinen Spitalspatientinnen und holte mir die stärksten Eindrücke von der Möglichkeit mächtiger seelischer Vorgänge, die doch dem Bewusstsein des Menschen verhüllt bleiben.“ [1] Freud hatte Vorläufer und Wegbegleiter, doch weder Sigmund Freud noch Wilhelm Reich, die beiden zeitgenössischen Psychoanalytiker, bezogen sich auf Franz Anton Mesmer, den neuzeitlichen Wiederbegründer der Hypnose. Der beschrieb erste Heilerfolge durch Hypnose gegen Ende des 18. Jahrhunderts. Freud war, 200 Jahre später, sozusagen der Gegenpol zu Mesmer. „Franz Anton Mesmer sei eine Gestalt der ausklingen Aufklärung, ( … ) Er stehe zwischen Vernunft und Gefühl, Metaphysik und Physik, System und Detail…“.[2] Während Mesmers Zeitgenossen Hypnose als religiöse Jenseitserfahrung und eine Erscheinungsform eines höheren Daseins begriffen[3], taucht 1857 in der Spätromantik durch Carl Gustav Carus erstmals der Gedanke auf, Hypnose sei Ausdruck eines unbewussten Seelenlebens.[4] Die Abkehr vom Mesmerismus begann gleichsam mit dem Beginn der Psychoanalyse durch James Braid. Der englische Augenarzt wohne 1845 einer Hypnosevorführung bei und bemerkte das Vibrieren und Zwinkern der Augenlider. Obwohl er der Vorführung skeptisch gegenüber gestanden hatte nahm er an, dass dieses Augenflattern nicht simuliert werden konnte. In der Folgezeit experimentierte Braid mit Suggestionen und führte den Begriff Hypnose ein. Nachahmer stellten fest, dass „… man unter Hypnose nur mit geringen Schmerzen und vor allem ohne die sonstige übliche Schockwirkung chirurgische Eingriffe vornehmen könne.“[5]

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts wurden Hypnose Vorstellungen von Schaubuden-Professoren zur Belustigung des Publikums durchgeführt. H.M. Bernheim und A.A. Liebeault entwickelten Braids Ansätze dennoch weiter und behandelten im Laufe ihres Wirkens in Nancy über 12 000 Patienten.[6] Dort traf Sigmund Freud 1899 auf Bernheim. Freud war von Hypnose als Werkzeug der Psychotherapie überzeugt und wendete diese in Wien etwa 10 Jahre lang an. Dort wurde Hypnose von Freuds Konkurrenten in die Nähe der Schaubuden gerückt und galt als unseriös.

I.P. Pawlow postulierte in seiner Studie über bedingte Reflexe, die später die Verhaltenstherapie entscheidend beeinflussen sollte, dass Suggestion zur Hypnose führen würde. Diesem Konzept folgt die angewandte Psycholo0gie noch heute. Zum ersten Mal in der Geschichte der Psychoanalyse behandelte der Wiener Arzt Josef Breuer eine Patientin mithilfe von Hypnose und begünstigte damit die Entwicklung der klassischen Psychoanalyse von Sigmund Freud.[7]

Hypnose ist ohne Autogenes Training (AT) kaum vorstellbar. Entwickelt wurde Autogenes Training im Zuge der Grundlagenforschung für Hypnose vom Frankfurter Arzt J.H. Schulz, einem Altmeister der ärztlichen Hypnose. Er entwickelte außerdem die Methoden der praktischen Menschenführung und der Selbsthypnose.

Der Amerikaner Milton Erickson ist bis jetzt vorerst der letzte Meister der therapeutischen Hypnose. Angeblich hat er über 30 000 Patienten behandelt, über 150 wissenschaftliche Arbeiten publiziert und mehr als 10 Bücher geschrieben. Moderne Hypnosetechniken, besonders die antiautoritäre Suggestion, beruhen auf seiner Interpretation der Hypnose.

 

[1] Sigmund Freud: „Freud, Sigmund (1925d [1924]): Selbstdarstellung. GW XIV, 31-96“, S. Fischer, Frankfurt 1924, Seite 41, vgl.: http://www.psyalpha.net/themen/behandlungstechnik/exorzismus-hypnose/sigmund-freud-hypnose

[2] M. Blankenburg: F. A. Mesmer, „ Aufklärer und Citoyen“. In: H. Schott, „Franz Anton Mesmer und die Geschichte des Mesmerismus, Verlag Franz Steiner, Wiesbaden, 1985, Seiten 68 – 88.

[3] Vgl.: U. J. Jovanovic: „Methodik und Theorie der Hypnose“, Gustav Fischer Verlag, Stuttgart 1988, Seite 84

[4] ebenda

[5] B. Gindes: „New Concepts of Hypnosis“, Julian Press, New York, 1977, Seiten 19/20

[6] Vgl.: U. J. Jovanovic: „Methodik und Theorie der Hypnose“, Gustav Fischer Verlag, Stuttgart 1988, Seite 92

[7] L.R. Wolberg: „Medical Hypnosis, Vol.1.: The Principles of Hypnotherapy“, Grune & Stratton, New York, 1948a; vgl. Jovanovic, Seite 94

Hyperventilationstest in Hypnose bei Panikerkrankung

Ein Beitrag von Helmut Bundschuh

Ein Hyperventilationstest bei Angsterkrankung soll dem Patienten helfen, die Gemeinsamkeiten zwischen den Symptomen eines Panikanfalls und den Effekten der Hyperventilation zu erkennen. Dies soll die Identifikation angstfördernder Gedanken ermöglichen. Dabei gehe ich in meiner Praxis für Psychotherapie im Heilzentrum Bogenhausen in mehreren Schritten vor. Für diesen Artikel dient das Protokoll einer Hypnosesitzung im Oktober 2014 als Vorlage. Es handelte sich um eine Patientin vom Herz Stress Nachsorgeprogramm, die seit einem Herzinfarkt im August 2012 unter Panikattacken leidet. Sie wurde vom Reha-Zentrum Bayerisch Gmain zur Herz Strass Nachsorge ins Heilzentrum Bogenhausen verwiesen und zwischendurch in verhaltenstherapeutischer Behandlung gewesen. Die Angsterkrankung hatte sich bisher aber nicht gebessert. Angsttherapie bei Realangst kann mitunter schwierig sein. Die Universität Göttingen bietet diesbezüglich eine Ausbildung zur Psychokardiologischen Grundversorgung an, die ich absolviert hatte.

Zunächst explorierte ich im Zuge des Anamnesegesprächs mit der Patientin die Symptome eines typischen Angstanfalls. Wie erwartet wurden von Patientenseite einige körperliche Symptome der Panikattacke geschildert. Bestimmte Fragetechniken ermöglichen bereits hier die Exploration einiger angstfördernder Gedanken. Diese angstfördernden Gedanken initiieren häufig den Teufelskreis der Angst, der für viele Angsterkrankungen typisch ist und immer wieder denselben Angstkreislauf antreibt. Nach eingehender Anamnese wiederholten wir detailliert noch einmal den Verlauf einer Panikattacke, so wie die Patientin diese erlebt.

Im zweiten Schritt wurde die Patientin genau über Hypnose, deren Funktionsweise und den Ablauf eines Hyperventilationstests im Heilzentrum Bogenhausen aufgeklärt. Ich klärte darüber auf, dass manche Patienten während des Hyperventilationstests unangenehme Empfindungen wahrnehmen, dass diese aber vorübergingen, sobald die Patientin wieder normal atmet.

Da die Patientin noch keine Hypnoseerfahrung hatte, wählte ich eine längere Einleitung. Schluckreflex, Augenbewegungen und Armlevitation zeigten an, dass sie sich in einem genügend tiefen Hypnosezustand befand. Auf die Aufforderung, mit mir zu kommunizieren, reagierte sie zufriedenstellend. Die Patientin begab sich in aufrechte Sitzposition und begann nach Anleitung zwei Minuten zu hyperventilieren. Ich erklärte ihr, dass der Hyperventilationstest in Hypnose bei zu starken Reaktionen abgebrochen werden kann.

Die Patientin sollte nun ihre Aufmerksamkeit nach innen lenken, was ihr gut gelang und wahrnehmen, welche Körperreaktionen bei Hyperventilation entstehen. Dabei achtete ich darauf, dass das Angstpotential nicht zu hoch stieg. Es sollte in der ersten Hypnosesitzung noch keine Desensibilisierung in sensu stattfinden, sondern nur die Ähnlichkeiten der Panikattacke und der Hyperventilation erkannt werden. Ich forderte sie auf, sich auf die körperlichen Symptome zu konzentrieren, was ihr gut gelang. Schritt für Schritt wurden verschiedene Symptome identifiziert.

Nach der hypnotischen Ausleitung erholte sich die Patientin schnell und sie wurde aufgefordert, die wahrgenommenen körperlichen Symptome, das Ausmaß der Angst und die Unterschiede bzw. die Ähnlichkeiten bei einer Panikattacke und der Hyperventilation genau zu beschreiben. Sie stellte fest, dass das Aufflackern der Angst unmittelbar mit ihrer Hyperventilation zu tun hatte und sie diese zumindest während der Hypnosesitzung steuern konnte.

Die Unterschiede und die Gemeinsamkeiten wurden protokolliert und die Durchführung eines Stressmanagements vereinbart.

Im Nachhinein ist festzustellen, dass die Patientin für Hypnose gut geeignet war, weil sie Entspannungsübungen beim Herz Stress Nachsorgeprogramm bereits erlebt hatte.

 

Hypnose, eine uralte Therapie

Publiziert am 19. November 2013 von Helmut Bundschuh anlässlich einer Charity Veranstaltung der Südafrikahilfe

Im Heilzentrum Bogenhausen in München arbeite ich unter anderem immer wieder mit therapeutischer Hypnose und treffe häufig auf Vorurteile wie: „Das sei Manipulation“ oder „Wer weiß, ob ich wieder aufwache!“. Zu einem nicht geringen Teil haben in letzter Zeit Beiträge in TV und Presse über Showhypnose beigetragen und ich hege den Verdacht, dass diese Showhypnose mit therapeutischer Hypnose verwechselt wird.

Es ist davon auszugehen, dass bei Showeinlagen mit Blitzhypnose schon vorher eine Auswahl an leicht zu hypnotisierenden Personen stattgefunden hat und die Probanden präpariert sind, also zuvor schon eine hypnotische Einleitung stattgefunden hat.

Kaum ein Showhypnotiseur wird es sich leisten, dass eine Blitzhypnose vor der Kamera nicht funktioniert, denn 10% der Bevölkerung gelten als nicht oder nur sehr schwer hypnotisierbar. Diese Personen haben einen Grund, warum sie sich schützen wollen und ich bin der Meinung, man sollte auch zu therapeutischen Zwecken von einer Hypnose absehen und andere Methoden wählen. Weitere 10% sind hoch suggestibel, das heißt, sie sind leicht hypnotisierbar. Dieser Personenkreis hat oftmals Erfahrungen mit autogenem Training oder Yoga. In einer Welt von Burnout und Stress sind sie die Spezialisten, die „Entschleunigung“ praktizieren. Die 80% dazwischen tendieren in die eine oder andere Richtung. Es ist die Aufgabe des Therapeuten herauszufinden, wie suggestibel ein Klient ist und wie ich mit ihm arbeiten kann.

Das hat Auswirkungen auf die Indikation, sprich die hypnotische Einleitung. Selbstverständlich ist auch eine Blitzhypnose technisch machbar, wird vom Klienten aber eher unangenehm oder irritierend empfunden. Die lange Einleitung, die bis zu 30 Minuten dauern kann, ist vom autogenen Training oder von der Progressiven Muskelentspannung nach Jacobson bekannt. Diese wird momentan in vielen Rehakliniken eingesetzt. Die allermeisten Patienten sind schnell tiefenentspannt und geraten in eine angenehm empfundene Trance. Die Zeit der langen Einleitung fehlt später bei der therapeutischen Wirkhypnose. Ich biete meinen Patienten gewöhnlich schon bei der zweiten oder dritten Hypnose eine schnellere Einleitung an. Zum Beispiel mit dem Pendel. So lässt sich mehr Zeit für die Wirkhypnose generieren.

Was ist Hypnose eigentlich? Hypnose ist ein Trancezustand, wie wir ihn etwa 40 Mal am Tag erleben. Sie sitzen am Schreibtisch und die Gedanken schweifen in die Ferne; oder in der Kantine redet Ihr Gegenüber auf Sie ein, mit den Gedanken sind Sie aber weit weg. Das ist schon eine leichte Trance. Schwieriger wird es beim Autofahren, wenn monoton Lichter und weiße Streifen auf Sie zukommen. Das kann schon eine tiefere Trance bewirken, die falsche Musik dazu, und Sie sind tiefentspannt und nicht mehr fahrtauglich. Trance gehört aus psychopathologischer Sicht offenbar zur Kultur des Menschen. Kultische Trancezustände wurden in fast allen Kulturen beschrieben, in Riten archaischer Religionen werden sie noch heute praktiziert.

Umso erstaunlicher sind in diesem Zusammenhang Vorurteile, da Hypnose offenbar seit vielen tausend Jahren praktiziert wird. In der Wüste bei Bagdad wurden vor über 150 Jahren die Tonscherben einer großen sumerischen Bibliothek gefunden, unter anderem auch Texte über Hypnose bei Schmerzen. Die klassizistischen Griechen nutzten Hypnose, ich denke an das Orakel von Delphie. Novizen in mittelalterlichen christlichen Klöstern gerieten in Trance durch Kontemplation, ähnlich wie es Zen-Buddhisten praktizieren.

Wie funktioniert Hypnose

von Helmut Bundschuh

Ist Hypnose ein Realitätsverlust? Eine Frage, die oft gestellt wird. KlientInnen erleben innere Bilder, erzeugt durch Suggestionen,  als Realität, auch wenn die Erfahrungen dagegen sprechen. Anscheinend laufen während der Hypnose Prozesse ab, die den Eindruck der Realität vermitteln. Allerdings glauben nur hochsuggestible  Personen, dass die projezierten Bilder real sind. Bei schwer hypnotisierbaren Personen findet nach der Hypnose eine Realitätskontrolle statt. Ich gehe davon aus, dass Suggestibilität einen Evolutionsvorteil darstellt, sonst hätte die Evolution sie wegselektiert. Hohe Suggestibilität wird regressiv vererbt. Selbstsuggestion könnte in der Frühzeit der Menschheit zur Schmerzbekämpfung genutzt worden sein. Möglicherweise handelt es sich um einen sozialselektiven Vorgang, der vor vielleicht 40 000 Jahren oder früher mit der Spiritualität (Schamanen in Urgesellschaften) begann und in die gesellschaftliche Umstrukturierung sozialer Gemeinschaften in die neolithischen Revolution vor 11 000 Jahren führte. Meditation könnte also von gesellschaftlichem Vorteil gewesen sein. Wenig suggestible Menschen scheinen einen Kompensationsweg gefunden zu haben, sonst wären sie ausgestorben. Aber wie funktioni9ert Hypnose? Hier einige Werkzeuge, die Hypnotherapeuten nutzen:

Die Unaufmerksamkeitsblindheit: Starke Aufmerksamkeit auf einen selektiven Reiz selegiert das Gehirn (=das Gehirn trifft eine Auswahl zwischen Handlungen, die in Konflikt stehen). Das Gehirn nimmt in diesem Zustand bestimmte Handlungen nicht bewusst wahr. Die meisten kennen das Phänomen: Wenn während eines spannenden Handball Spiels ein als Gorilla verkleideter  Mann durch das Bild läuft, wird dieser nicht wahrgenommen. Die Hypnose nutzt diesen blinden Fleck der Aufmerksamkeit. Diese Umkehrung der Erwartungshaltung könnte als Aufmerksamkeitsdistraktion (=langgezogene Fokussierung auf eine innere Handlung) bezeichnet werden. Negativereignisse, wie z.B. Schmerzen, können gezielt ausgeblendet werden. Die Hypnose verwendet dafür Verwirrtechniken.

Hypnose fokussiert Aufmerksamkeit: Hypnose reduziert das kritische Urteilsvermögen und hemmt die Genauigkeit der Bewertung. Schon der Augenschluss kann das Vigilanz- und Aufmerksamkeitszentrum hemmen. Die entsprechenden Verarbeitungszentren des Gehirns liegen nebeneinander.[1] Das Gehirn arbeitet ständig mit unterschiedlichen Aufmerksamkeitssystemen gleichzeitig. Im Hippocampus werden diese verschiedenen Areale schließlich organisiert. Hier entscheidet sich, welche Wahrnehmungsinhalte im Gedächtnis „niedergelegt“ werden. Wir wissen heute, dass im Hippocampus unsere Gefühle „erzeugt“ werden. Es scheint, dass dieses „Organisationszentrum“ eng mit dem emotionalen Gedächtnis kooperiert, beide reorganisieren das autobiografische Gedächtnis. Das heißt: 1) Selektion des Bewusstseins, 2) Koppelung mit neu definierten, suggerierten Gefühlen und 3) Verankerung als neubewertete Biografie. Hohe Wirksamkeit zeigt die fokussierte Aufmerksamkeit bei Rauchentwöhnung und Abnehmen bei Adipositas.

Ein weiteres Mittel der Hypnose neben der Unaufmerksamkeitsblindheit ist die Gedankenunterdrückung. Durch die Unterdrückung bestimmter Gedanken scheinen gerade diese Gedanken in unserem Gedächtnis präsent und bewusst verfügbar zu werden. „Denke nicht an einen blauen Elefanten“ – jeder kennt das Spiel. Der blaue Elefant ist nicht mehr aus dem Gedächtnis zu bekommen. Hierbei handelt es sich nach Kossak aber nicht „… um die von Freud gebrauchte Verneinung, die eine Verdrängung darstellt…“.[2]

[1] Hans-Christian Kossak: „Hypnose, Lehrbuch für Psychotherapeuten und Ärzte“Belz Verlag, Weinheim 2013, S. 148

[2] Ebenda, Seite 149

 

Erhöhtes KHK Risiko durch Sorge um den Arbeitsplatz

Ein Artikel von Dr. Beate Schumacher

Die zunehmende Arbeitsplatzunsicherheit in Zeiten von globaler Konkurrenz und Finanzkrise bedroht Erwerbstätige auch im Hinblick auf ihre Gesundheit. Psychischer Stress, körperliche Beschwerden und eine schlechtere Bewertung der eigenen Gesundheit sind nachgewiesene Folgen. Und eine aktuelle Metaanalyse belegt, dass auch die KHK-Rate ansteigt: Arbeitnehmer, die die Unsicherheit des eigenen Jobs als hoch einschätzten, hatten nach Berücksichtigung des Alters ein um 32% höheres 10-Jahres-Risiko für eine KHK als Berufstätige mit geringer Jobunsicherheit.

In die Analyse waren alle verfügbaren prospektiven Kohortenstudien eingeflossen. Dabei handelte es sich außer um vier publizierte Studien auch um bisher nicht veröffentlichte individuelle Daten aus 13 Studien des Individual-Participant Data Meta-analysis in Working Populations Consortium, alles Studien aus Europa oder den USA . Insgesamt 174.438 zunächst herzgesunde Berufstätige waren nach der Unsicherheit ihres gegenwärtigen Arbeitsplatzes – hoch oder niedrig – gefragt worden. Die Quote derer, die ihre berufliche Situation als sehr ungewiss empfanden, schwankte je nach Studie zwischen 10 und 40%, insgesamt gaben 16,3% diese Einschätzung zu Protokoll. Während der mittleren Nachbeobachtungszeit von 9,7 Jahren hatten 1892 Teilnehmer eine KHK entwickelt, definiert als nicht tödlicher Herzinfarkt oder als Tod mit koronarer Ursache.

Geringere Qualifikation, höheres KHK-Risiko

Probanden, die über eine hohe Jobunsicherheit klagten, hatten einen niedrigeren sozioökonomischen Status und mehr klassische kardiovaskuläre Risikofaktoren als Probanden, die sich diesbezüglich keine Sorgen machten. Diese beiden Faktoren erklärten zumindest  teilweise auch ihre höhere KHK-Rate. Ihr Risiko blieb aber auch nach Abzug dieser Einflüsse noch um 19% erhöht. Geschlecht, Alter, Arbeitslosenquote und Sozialsystem spielten dabei keine nachweisbare Rolle.

Kausaler Zusammenhang vermutet

„Das Gefühl von Arbeitsplatzunsicherheit ist allenfalls ein bescheidener Risikofaktor für eine KHK“, schreiben die Studienautoren um Prof. Marianna Virtanen vom finnischen Institut für Arbeitsmedizin. „Wir können jedoch nicht ausschließen, dass diese Angst insbesondere bei anfälligen Personen der koronaren Gesundheit schadet.“

Die Autoren des begleitenden Editorials, Prof. Cary Cooper, Lancaster, und Brian Faragher, Liverpool, halten dieses Fazit jedoch für allzu vorsichtig: „Die Assoziation zwischen Arbeitsplatzunsicherheit und erhöhtem KHK-Risiko kann nicht als Artefakt abgetan werden; die vorhandene Evidenz spricht dafür, dass es sich um einen kausalen Zusammenhang handelt.“

 

Autor: Dr. Beate Schumacher,  erschienen am: 22.8.2013,  Quelle: springermedizin.de Erstveröffentlichung: Virtanen M et al. Perceived job insecurity as a risk factor for incident coronary heart disease: systematic review and meta-analysis.BMJ 2013; 347: f4746; doi: 10.1136/bmj.f4746  

Erfahrungen in psychodynamischen Therapien mit psychokardiologischen Patienten

Ein Beitrag von Helmut Bundschuh

Die akute Herzerkrankung stellt eine biografische Bruchstelle dar, in der PatientInnen mit der Thematik des Todes und der Negativerfahrungen des eigenen Lebenslaufes konfrontiert werden. Von TherapeutInnen erfordert das neben einem soliden kardiologischen Basiswissen eine sorgfältige Verarbeitung des Krankheitsereignisses durch ein umfangreiches bio-psycho-soziales Anamnesemodell. Es ist festzustellen, in welchem Umfang ein lebenslanger biografischer Verarbeitungs- und Handlungskontext das Ereignis hervorgerufen hat bzw. belastende Lebensereignisse, kritische Lebensstile, Abwertungen am Arbeitsplatz oder Partnerschaftskonflikte dazu beigetragen haben und in Zukunft relevant werden könnten.[1]

Ziel der therapeutischen Intervention ist die Konstruktion eines neuen Lebensstils, der mit der Erkrankung in Einklang zu bringen ist. Bardé und Jordan weisen auf eine häufig zu beobachtende Wahrnehmungslücke bei KHK-Patienten hin, mit der in der Regel kardiovaskulär riskantes Verhalten verbunden ist. Reale, manchmal wertneutrale Ereignisse und Handlungsabfolgen werden durch latente Präkonzepte[2] oder maladaptive Verhaltensmuster ersetzt, welche die Situation schlimmer erscheinen lassen als sie tatsächlich ist.

Von Seiten psychodynamisch orientierter PsychotherapeutInnen wurden hinsichtlich der Behandelbarkeit von Herzerkrankten häufig Vorbehalte und Ängste formuliert. KHK-Patienten seien einer tiefenpsychologischen Therapie wegen rationalisierendem und intellektualisierendem Abwehrverhalten nicht zugänglich und würden außerdem zu Verleugnung neigen.[3] Bardé konstatiert daraus eine ungeeignete Untersuchungsmethodik und Anamnese:[4] Grundsätzlich scheint aus heutiger Sicht nichts gegen psychodynamische Therapie zu sprechen. Nichts spricht dafür, dass Konflikt aufdeckende und biografisch rekonstruierende Arbeit körperlich krisenhafte Zustände auslösten. Prinzipiell sind KHK-KlientInnen in Psychotherapiepraxen nicht gefährdeter als anderswo und TherapeutInnen sollten nicht zögern, im Notfall die 112 anzurufen. Ohnehin ist eine enge Vernetzung mit den behandelnden Fachärzten notwendig. Psychotherapeuten benötigen zudem eine fundierte psychokardiologische Zusatzausbildung, Manche KlientInnen mit Krankheitsgewinn allerdings brechen bei geschulten Psychotherapeuten die Behandlung ab.

Psychopathologische Komorbidität bei Herzerkrankungen wie Depressionen, Ängste und Panikattacken sowie herzbezogene somatoforme Störungen sind anders zu behandeln als bei körperlich gesunden Patienten. Soweit Ängste, Depressionen oder „Wut“ nicht als primäres Krankheitsbild einzustufen sind und das Herzgeschehen die Endstrecke eines maladaptiven Lebensstils ist, „…sind sie zunächst in erster Linie als Derivate der Todesangst und als Versuch einer stabilen Krankheitsverarbeitung zu begreifen…“[5] Die Komorbiditäten sind als Traumatisierung durch die Erkrankung zu verstehen und das Resultat der Verunsicherung über den weiteren Krankheitsverlauf. Jordan und Bardé veranschlagen die Therapiedauer auf durchschnittlich 18 Monate, entsprechende Compliance des Patienten vorausgesetzt.[6]

[1] Vgl.: Psychodynamische Therapie bei Patienten und Patientinnen mit koronarer Herzerkrankung Jochen Jordan & Benjamin Bardé – Bardé, B. & Jordan, J. (2003). Psychodynamische Beiträge zu Entstehung, Verlauf und Therapie der koronaren Herzerkrankung. Hundert Jahre psychoanalytische Forschung. Frankfurt  VAS

[2] Vgl. Wikipedia: Präkonzepte (…) kommen fast überall dort vor, wo Menschen auf neue Phänomene treffen, für die sie eine persönliche Erklärung benötigen, ohne dabei das wissenschaftliche Konzept zu kennen. Präkonzepte stellen also eine besondere Form von Hypothese dar, die jedoch vom Betroffenen nicht mehr als Vermutung, sondern vielmehr als schlüssiges (vermeintlich richtiges) Konzept angesehen wird…

[3] Moersch, E., Kerz-Rühling, I., Drews, S., Nern, R. D., Kennel, K., Kelleter, R. et al. (1980). Zur Psychopathologie von Herzinfarkt-Patienten. Psyche, 34, 493-588.

[4] Bardé, B. & Kutter, P. (1996). Biographische Integration als Krankheitsbewältigung. Psychoanalytische Kurztherapie in der Anschlußheilbehandlung von Herzinfarktpatienten. Forschung Frankfurt, 3. Sammelband Medizin, 90-96.

[5] Psychodynamische Therapie bei Patienten und Patientinnen mit koronarer Herzerkrankung Jochen Jordan & Benjamin Bardé – Bardé, B. & Jordan, S. 3

[6] ebenda

Veröffentlicht unter Psychokardiologie | Verschlagwortet mit Abwehrverhalten, Abwertung am Arbeitsplatz, Behandelbarkeit von Herzerkrankung, Belastung bei Herzerkrankung, bio-psycho-soziale Anamnese, Biografiearbeit, biografische Rekonstruktion, Herzerkrankung als biographische Bruchstelle, Krankheitsverarbeitung, Lebensstil, neuer Lebensstil, Psychodynamische Therapie, Sinn- und Zeitkonstitution, Todesangst, Trauma nach Herzerkrankung | Hinterlasse einen Kommentar

Familienbiografie für Senioren und Angehörige

Im Alter tut es gut, sein Leben noch einmal zu begehen. Die Kinderlieder, die Schulgedichte und die erste große Leidenschaft sind wie Fußspuren ins Heute. Erinnerungen an Namen und Gesichter verblassen, die Gefühle bleiben. Das Unterbewusste gibt sie nicht her. Viele Ältere machen die Erfahrung, dass bestimmte Erinnerungen ein Leben lang unauffällig waren, wie Einmachgläser im Keller. Doch dann werden Bilder aus der Vergangenheit wieder wach. Alte Menschen berichten, dass sie sich mit ihren Erinnerungen in einem Raum des Vergessens erleben. Aber jemandem zu zeigen, wo man Fußspuren in der Geschichte hinterlassen hat, würde Erleichterung schaffen.

Und die Familie? Häufig hat sich unausgesprochenes Leid auf die Kinder übertragen. Sie erleben Brüche, die sich wie ein roter Faden durch ihr Leben ziehen. Ihnen wurde materielle Sicherheit geboten, Wärme und Nähe haben sie aber nicht bekommen. Sie wurden nach Maßstäben erzogen, die sie nicht verstehen. Und jetzt werden sie selbst bald alt.

Die Aufgabe des Therapeuten oder Coaches ist, mit der Familie die Räume des Vergessens noch einmal zu begehen, um zu verstehen, weshalb die Geschichte der Eltern so verlaufen musste. Vielleicht lässt sich eine Blockade in der Leidensgeschichte der Familie durchbrechen?

http://www.psychotherapie-heilzentrum-bogenhausen.de/index.php/biographie-coaching/biographie-coaching

Was ist Biografiearbeit

Biografie-Beratung, auch Biografie-Arbeit genannt, ist eine allgemeine Lebensberatung für Menschen im Umbruch. Oft unterliegen berufliche und private Veränderungen sich wiederholenden Mustern, die nicht immer erkannt werden. Veränderungen sind Phasen des Übergangs, die eine Neuorientierung erfordern. Bei Kindern und Jugendlichen, bei Erwachsenen genauso wie bei älteren Menschen. Die systematische Betrachtung des Lebens dient der Bewältigung von Lebenskrisen oder eines Krankheitsschicksals.

Durch die Vergegenwärtigung der früheren Lebenssituation können Ereignisse, die unser Leben geprägt haben, wieder ins Bewusstsein gerufen werden. Biografie-Arbeit nutzt die Aktualisierung früherer Erfahrungen, um uns besser zu verstehen und Veränderungen einzuleiten. In Gruppenarbeit sollen wir Toleranz und Verständnis für andere Lebensgeschichten entwickeln.

Biografie-Arbeit ist in der Regel keine Therapie. Nicht immer ist eine scharfe Abgrenzung möglich. Therapie versucht, eindeutig umgrenzte Störungen, die Leidensdruck verursachen, zu beseitigen. Biografiearbeit hingegen gleicht dem Prozess der Selbsterfahrung.

http://www.psychotherapie-heilzentrum-bogenhausen.de/index.php/biographie-coaching/was-ist-biografie-arbeit

Frauenherzen leiden still

Frauenherzen leiden still. Werden deshalb Gefäßerkrankungen bei Frauen später erkannt als bei Männern? Die Universitätsprofessorin Alexandra Kautzky-Willer aus Wien warnt: „Frauen sind doppelt so oft von Depressionen betroffen wie Männer.“ Depressionen sind ein Risikofaktor für Herzerkrankungen. Außerdem: „Das Risiko für Herzerkrankungen ist bei rauchenden Frauen um 25 % höher als bei Männern. Frühe erste Regelblutung, früher Eintritt in die Wechseljahre, unregelmäßiger Zyklus oder Schwangerschaftsdiabetes: Es zeigt sich zunehmend, dass viele Faktoren rund um Kinderwunsch, Schwangerschaft und Zyklus Hinweise auf ein später erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen liefern.“[1]

Der HBSC Studie der Schweizerischen Herzstiftung zufolge sterben über 47% aller Frauen an Herz-Kreislauf-Erkrankungen (Männer 37,1%); bei einem Herzinfarkt ist das Sterberisiko bei Frauen unter 50 fast doppelt so hoch wie bei Männern; Frauen leiden unter unspezifischen Symptomen wie Übelkeit, Bauchschmerzen oder Unwohlsein, was zu einer unsicheren Diagnose durch Kardiologen führt. Männer leiden eher unter den klassischen Symptomen wie Angina Pectoris.[2]

Bei Frauen sind häufig kleinste Herzkranzgefäße betroffen, die weder aufgedehnt noch durch einen Bypass umgangen werden können, aber zu Zirkulationsstörungen führen. Das führt zu einer unzureichenden Versorgung des Herzmuskels.

[1] http://kurier.at/lebensart/gesundheit/hoeheres-risiko-frauenherzen-leiden-still/4.549.532

[2] http://www.hbsc.ch/presentation.php?lang=de