Grundlagen der apparativen Schlafforschung

Ein Beitrag von Kaspar Politzki

Das wichtigste apparative Verfahren zur Untersuchung des Schlafes heißt „Schlafpolygraphie“. Dabei werden neben dem EEG (Elektroenzephalogramm)[1] einige andere Parameter erfasst, die für den Schlaf wichtig sind. Durch die Verwendung des EEG bei Schlafpolygraphie konnte schon 1929 festgestellt werden, dass Schlaf nicht nur eine quantitative Reduzierung des Aktivzustandes verursacht, sondern auch einen qualitativ „andersartigen“ Zustand im Gehirn erzeugt. Zur Unterscheidung der unterschiedlichen Schlafstadien wurden zusätzlich das EOG (Elektrookulogramm)[2] , die Elektromyografie (EMG)[3] und die Polysomnographie[4] eingeführt.

Anfänglich wurde mit diesen Geräten lediglich die Schlaftiefe gemessen. Als Eugene Aserinsky und Nathaniel Kleitmann 1953 das REM-Schlafstadium entdeckten, von dem sie den sogenannten Non REM Schlaf abgrenzten wurde klar, dass es sich aus wissenschaftlicher Sicht beim Schlaf um eine völlig neu zu beurteilende Dimension handeln musste.

http://www.psychotherapie-heilzentrum-bogenhausen.de/index.php/hypnosetherapie/schlafstoerungen-muenchen

 

[1] Elektrookulogramm (EOG) dient zur Registrierung von spontanen Augenbewegungen. Dabei werden Elektroden schmerzfrei an verschiedenen Stellen um das Auge angebracht. Elektroden links und rechts der Augenhöhle messen horizontale Augenbewegungen, Elektroden über bzw. unter der Augenhöhle messen vertikale Bewegungen. Die Netzhaut erzeugt bei Augenbewegungen elektrische Signale, die vom EOG aufgezeichnet werden. Das EOG wird zur Erfassung der schnellen Augenbewegungen (REM) in den Traumphasen des Schlafes eingesetzt.

[1] Siehe: http://de.wikipedia.org/wiki/Elektromyografie: Die Elektromyografie (EMG) ist eine elektrophysiologische Methode in der neurologischen Diagnostik, bei der die elektrische Muskelaktivität gemessen wird. Mit Hilfe von Nadelelektroden lassen sich die willkürlichen und unwillkürlichen Potentialschwankungen einzelner Muskeln ableiten. Die Hauptanwendung ist das Erkennen von Myopathien und Neuropathien, das heißt: die Feststellung, ob eine Krankheit muskuläre oder nervliche Ursachen hat.

 

[1] Dr.Franz Antwerpes in: http://flexikon.doccheck.com/de/Polysomnographie Die Polysomnographie ist eine Untersuchung und Messung bestimmter biologischer Parameter im Schlaf. Sie eignet sich zur Differentialdiagnose von Schlafstörungen und Schlafapnoe-Syndromen. Eine Polysomnographie wird in speziell eingerichteten Schlaflaboren unter stationären oder ambulanten Bedingungen durchgeführt. Im Rahmen der Polysomnographie werden im einzelnen folgende Untersuchungen durchgeführt: kontinuierliche Ableitung der Hirnströme mittels Elektroenzephalogramm; Langzeit-EKG; Elektromyogramm; Elektrookulogramm; Pulsoxymetrie (Sauerstoffsättigung); Atemflussmessung nasal und oral und Atemexkursionen von Thorax und Abdomen.